News zur Sonnenquelle
Worauf es bei der Versorgungssicherheit im Stromnetz ankommt.
Mit dem ersten Bauabschnitt ist der Solarpark Sonnenquelle in Betrieb gegangen und speist Strom in das öffentliche Netz ein. Damit ist er Teil eines Systems, das in Deutschland seit Jahrzehnten auf Stabilität und Zuverlässigkeit ausgelegt ist. Die Versorgungssicherheit entsteht dabei aus dem Zusammenspiel von Stromerzeugung, Netzbetrieb und Ausgleichsmechanismen, in die erneuerbare Energien heute fest eingebunden sind. Damit das im Alltag funktioniert, muss Strom jederzeit ankommen, auch wenn Erzeugung und Verbrauch sich laufend ändern.
Ein Stromnetz mit hoher Zuverlässigkeit
Das deutsche Stromnetz zählt zu den zuverlässigsten Stromnetzen weltweit. Wie stabil es arbeitet, zeigt die durchschnittliche Dauer von Stromunterbrechungen. Im Jahr 2024 lag sie laut Bundesnetzagentur bei rund 11,7 Minuten pro Kunde. Das heißt: Ausfälle sind selten und meist schnell vorbei. Diese Zuverlässigkeit entsteht nicht durch einzelne Anlagen, sondern durch ein Netz, das über Jahrzehnte geplant, ausgebaut und modernisiert wurde. Es wird nach klaren Regeln betrieben und laufend überwacht. Dazu kommt die Größe: Das deutsche Stromnetz ist über 1,9 Millionen Kilometer lang. Dieses Netz ist aber nur so gut wie das, was täglich eingespeist wird. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, woher der Strom kommt.

Woher der Strom in Deutschland stammt
Im Jahr 2025 kamen 58,8 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, also aus Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse. Das entspricht einer Leistung von ca. 260 TWh. Nur noch 41,2 Prozent stammten aus konventionellen, also fossilen Energieträgern wie Braun- und Steinkohle oder Erdgas. Im europäischen Stromverbund ist Deutschland mit den Stromnetzen vieler Nachbarländer verbunden. Diese Verbindungen machen das System flexibler, weil Stromflüsse über Grenzen hinweg gelenkt werden können. So exportierte Deutschland 2025 hauptsächlich Strom nach Österreich, Tschechien und Luxemburg, während es Strom aus Dänemark, Frankreich und den Niederlanden importiert. Dieser Handel hilft nicht beim Ausgleich der Stromversorgung in Europa, sondern nutzt günstigen Strom aus dem Ausland, um die Preise für heimische Verbraucher niedrig zu halten.

Umspannwerke als zentrale Knotenpunkte
Umspannwerke sind zentrale Knotenpunkte im Stromnetz. Sie passen die Spannung an, wenn Strom von der Fernübertragung in die regionale Verteilung wechselt. Für lange Strecken nutzt das Netz hohe Spannung, weil dabei weniger Energie verloren geht. Damit Strom am Ende sicher genutzt werden kann, wird die Spannung in mehreren Schritten gesenkt, bis sie zu Betrieben, Häusern und Steckdosen passt.
Allein im deutschen Übertragungsnetz gibt es rund 300 Umspannwerke. Dazu kommen mehrere tausend weitere Umspannwerke und Trafostationen in den regionalen und lokalen Netzen. Transformatoren sorgen in Umspannwerken dafür, dass der Strom die passende Spannung hat. Sie senken oder erhöhen die Spannung, je nachdem, was für den nächsten Abschnitt im Netz nötig ist. Für Anlagen wie den Solarpark Sonnenquelle ist das ebenfalls wichtig. Solarstrom wird zuerst ins Netz eingespeist. Damit das sicher funktioniert, muss die Spannung am Netzanschluss zur passenden Netzebene passen. Erst dann lässt sich der Solarstrom sauber in den laufenden Netzbetrieb einbinden.

Wie das bei einem Solarpark gelöst wird, lässt sich an der Sonnenquelle zeigen. Ein eigenes Umspannwerk südlich von Krumpa verbindet den Solarpark direkt mit dem öffentlichen Netz. Es wandelt den erzeugten Solarstrom von Mittelspannung in Hochspannung um.

Ausgleich und Steuerung im laufenden Betrieb
Das Stromnetz arbeitet nicht automatisch. Fachleute überwachen es rund um die Uhr und prüfen, ob Erzeugung und Verbrauch zusammenpassen. Wenn sich beides verschiebt, steuern Netzbetreiber die Stromflüsse so, dass Leitungen nicht überlasten und der Strom weiter sicher verteilt wird. Dafür gibt es ein eigenes Prinzip, das N minus 1 heißt und bedeutet, dass eine wichtige Verbindung ausfallen darf, ohne dass es gleich großflächig dunkel wird, weil das Stromnetz über mehrere Leitungen und Schaltmöglichkeiten verfügt, die den Strom in diesem Fall über andere Wege weiterleiten können. Wenn es zusätzlich Entlastung braucht, können Netzbetreiber Anlagen gezielt hoch- oder herunterfahren. Genau in diesen laufenden Betrieb speist die Sonnenquelle ein, so wie viele andere Anlagen in Deutschland auch.
Wie die Sonnenquelle sich in den Netzbetrieb integriert
Der Solarpark Sonnenquelle speist seit Sommer 2025 Strom in das öffentliche Stromnetz ein. Für das Geiseltal heißt das zunächst günstigen Bürgerstrom und ein weiterer Beitrag für eine sichere Stromversorgung. Die Sonnenquelle ist Teil eines dezentralen Aufbaus unseres Stromnetzes, der durch den der erneuerbaren Energien notwendig geworden ist. Denn in ganz Deutschland gibt es inzwischen viele Solarparks und Windparks, die Jahr für Jahr neue Rekorde bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreichen. Diese Entwicklung zeigt, dass erneuerbare Energien längst ein fester Bestandteil der Stromversorgung sind. Damit erneuerbare Energieträger noch wirksamer genutzt werden können, gewinnen Batteriespeicher für das gesamte Stromnetz an Bedeutung. Sie nehmen Solar- oder Windstrom auf, wenn viel erzeugt wird, und geben ihn später wieder ab, etwa wenn die Sonne untergeht und alle nach Hause kommen, um zu kochen und fernzusehen. Erneuerbarer Strom lässt sich über solche Speicherlösungen noch effektiver nutzen und Lastspitzen lassen sich darüber auch ausgleichen. Das stabilisiert das gesamte System. Zum geplanten Ausbau der Sonnenquelle gehört auch ein Batteriespeicher. Er entsteht in unmittelbarer Nähe zum Solarpark auf dem ehemaligen Gelände „Schrott-Linde“ südlich von Krumpa.
